Wir fordern natürlich weiterhin den Austritt aus dem fzs und werden diesen demnächst beantragen, da der Weg über die Auflösung bei der MV nicht funktioniert hat. Die Mitgliedsbeiträge sind schon bis Oktober bezahlt und können nicht zurückerstattet werden. Folglich haben wir noch Zeit und können die Selbstvernichtung des fzs noch etwas genießen.
Gruß Max
(Freier Zusammenschluss der Studierendenschaften, Bielefeld, 28. Februar)
Zum Monatsende ist Johannes für einen Tag an die Uni Bielefeld gefahren, wo er gemeinsam mit Mitgliedern der dortigen LHG die FZS-MV in der Mensa besuchte. Erster Eindruck war eine Meute desinteressierter Studierender, die ausnahmslos auf ihren Laptop (meistens Apple) stierten, Indymedia und Spiegel Online, aber auch Twitter oder Facebook besuchten oder sogar Counterstrike spielten und als einzige politische Dimension „Solidarität“, bzw. „Geschlossenheit“ kannten. So wurde der gut begründete Antrag der Uni Freiburg auf Auflösung des FZS bereits vorzeitig zurückgezogen. Der Nürnberger Antrag auf Abwahl des Vorstandsmitglieds Anja Gadow wurde während der MV zurückgezogen und durch einen Initiativantrag ersetzt, der ebendieser das Vertrauen der Mitglieder bestätigen sollte und mit breiter Mehrheit angenommen wurde. Gadow hatte sich geweigert, eine Email eines Mitglieds über den Verteiler zu schicken, die auf die vom Vorstand bis dahin verschwiegene desolate Verbandssituation aufmerksam machen sollte. Die Antragssteller hingegen wurden mit den üblichen Vorwürfen, „verbandsschädigend“ und „mitgliederfeindlich“ zu sein, diskreditiert, da durch so einen Antrag ja ein schlechtes Licht auf den Verband falle und man in den Studierendenparlamenten den Verband rechtfertigen müsse. Auch diejenigen, die mit der Presse geredet hatten, wurden diesbezüglich angegriffen.
Die Nachwahlen zweier Vorstandsmitglieder fanden ohne Personaldebatte statt, wohl auch vor dem Hintergrund der harten Quotierung: Wäre die der Verbandsstruktur kritisch gegenüberstehende Kandidatin nicht gewählt worden, wäre der männliche „weiter so“-Kandidat automatisch nicht gewählt gewesen – kein zusätzlicher Mann ohne zusätzliche Frau. So betonte die Kandidatin, dass ein Vorstand aus drei Leuten nicht wünschenswert sei, wenn es eigentlich fünf sein sollten. Weder Diskussionen zur Neuordnung des Verbandes noch eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation fanden statt. Man verlässt sich darauf, dass Mitgliedshochschulen freiwillig mehr zahlen und neue Mitglieder gewonnen werden können. Im Bericht des Vorstandes überwogen unter „Mitgliederbewegungen“ natürlich wieder die Austritte. Dieser desolate Zustand fand seinen größten Presseniederschlag in zwei Artikel der „Zeit“, wo wir dann auch gleich zweimal die Gelegenheit bekamen, einmal sogar exklusiv, unsere Verbandsposition zu vertreten.
(http://www.zeit.de/online/2009/10/fzs-versammlung
http://www.zeit.de/online/2009/10/fzs-finanzen)